Fruchtige Vitaminbomben im Winter: Orangen

Von : | 0 Kommentare | On : Januar 29, 2015 | Kategorie : Vegetarisches Magazin

Orangen – Vitaminbomben im Winter

Sie leuchten mit der Sonne um die Wette, schmecken nach Sommer und guter Laune. Und sie sind auch noch bannig gesund. Apfelsinen sollte man also gerade im Winter reichlich zu sich nehmen. Alle Fakten über Orangen präsentiert euch die Food & Travel.

Das Zerlegen von (gepellten) Orangen ist eine Charakterfrage. Die Chirurgen unter den Obstverzehrern operieren präzise, bis die „Citrus sinensis“ in hübschen Filets vor ihnen liegt. Dann die Meditativen: In Zeitlupe friemeln sie die weiße Schicht von den Spalten. Und natürlich die Dynamischen, die die Zitrusfrucht beherzt in zwei Teile zerpflücken und – ungeachtet der vorgegebenen Einteilung – einfach reinbeißen. Für alle entscheidend ist: Hat sich das Schälen gelohnt? Einer Orange sieht man nicht immer an, was in ihr steckt. Das liegt auch daran, dass die Schale nach der Ernte oft mit Wachs behandelt wird, um sie zu schützen. Daher glänzen alle gleich.

Experte Robert Eder verrät, worauf ihr beim Kauf achten solltet
Apfelsinenexperte Robert Eder sucht die Früchte für den Saftorangen-Lieferservice „Oh!Saft“ (www.oh-saft.de) aus, der das leckere Obst – botanisch gesehen eine Beerenart – kistenweise nach Hause bringt. Was also sollte man beim Orangen-Einkauf beachten? „Der Ansatz des Blütenstiels muss grün sein, nicht braun“, so der Kenner, „nur dann ist die Frucht frisch. Noch wichtiger: Man muss wissen, zu welcher Jahreszeit welche Sorte Saison hat. Apfelsinen haben eine sehr lange Reifezeit, sieben bis acht Monate, und wenn sie zu früh geerntet werden, schmecken sie sauer und trocken.“ Frühsorten, zum Beispiel die aus Sevilla, sind schon im Oktober reif, Navel-Orangen (besonders leicht zu schälen) werden ab November gepflückt, Pineapple oder Lane Late zwischen Dezember und März, die Spätapfelsine Valencia ab März. Oft bleiben die Früchte dieses Rautengewächses aber bis in den Sommer hängen (ist ja kein Fallobst, so eine Zitrusfrucht!), denn alle Sorten können ohne große Qualitätsverluste sozusagen „am Baum gelagert“ werden. Spricht man in Europa vom Winter als Orangenzeit, ist damit die Haupt-Erntesaison für die Sorten aus den Mittelmeerländern gemeint. Die größte Orangenernte kommt übrigens aus Brasilien und den USA.

Alles Gute der Orange … wertvolle Vitamine & viel mehr
Doch nun zur wichtigsten Frage: Wie erwischt man Früchte, die möglichst keine Kerne enthalten? Besonders wenige haben Navel-Orangen oder Lane Late, aber eine Garantie dafür gibt es nicht. Wachsen kernlose Sorten neben anderen Zitrusfrüchten, können sich deren Pollen durch Wind und Bienen vermischen. So entstehen Kerne, wo eigentlich keine hingehören. Ob mit oder ohne: Je hochwertiger das Obst, desto mehr gute Inhaltsstoffe stecken drin. Vor allem Vitamin C, das die Abwehr stärkt, den Stoffwechsel ankurbelt und somit die Fettverbrennung fördert. Orangen sind auch reich an Beta-Carotin, einem natürlichen Zellschutz. Bioflavonoide tragen dazu bei, Blutdruck und Cholesterinspiegel zu senken. Verantwortlich für das Aroma sind ätherische Öle, die vor allem in der Haut gebildet werden. Viele glauben (hier wären wir wieder bei den Meditations-Schälern), dass „das Weiße“ – unter Experten „Albedo“ genannt – giftig sei. Die Gewebeschicht enthält Pektin, einen löslichen Ballaststoff, der bitter schmeckt. Der schadet aber nicht, sondern hilft sogar, Giftstoffe von Alkohol oder Kaffee abzubauen. Hört sich alles ganz schön gesund an. Na, dann bringen Sie doch bitte gleich mal eine Kiste vorbei, Herr Eder!

Hättet ihr das gewusst?
•    Liegen die Nachttemperaturen unter 12,5 °C, bilden die Früchte Ethylen, wodurch sie erst ihre typische Farbe bekommen. In Regionen mit geringen Temperaturschwankungen bleiben sie gelb-grün.
•    Das rote Fleisch der Blutorange entsteht durch extrem niedrige Nachttemperaturen.
•    Orangen sind aus einer Kreuzung zwischen Pampelmuse und Mandarine entstanden.
•    Ursprünglich kommen die Früchte aus China. Daher tragen sie auch den Namen Apfelsine, denn der bedeutet so viel wie „Apfel aus China“.
•    Speiseorangen sind nicht für Saft geeignet, denn sie enthalten Limonin, einen Stoff, der beim Auspressen freigesetzt wird und den Saft bitter schmecken lässt.

Redaktion: FOOD & TRAVEL

Foto: shutterstock, © David Pereiras


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